ausbildung in der telefonseelsorge
Die Ausbildung
ist Voraussetzung für den Dienst am Telefon
und im Internet, sie geschieht innerhalb
einer Gruppe. Die Ausbildungsgruppe trifft
sich wöchentlich zu einem Abendtermin
(üblicherweise Dienstag abends, Ferienzeiten
sind ausgenommen). In Absprache mit den
Teilnehmenden der Ausbildung werden eine
Ausbildungseinheit an einem Wochenende bzw.
Ein-Tages-Ausbildungseinheiten vereinbart.
Die Ausbildung dauert gut ein Jahr (~ 100 Stunden).
was sind die inhalte der ausbildung?
Voraussetzung für eine Begleitung am Telefon, die keine Fachberatung ist, ist die Fähigkeit, in einer angemessenen persönlichen Präsenz die Situation des Anrufenden, seine Sichtweisen, Wahrnehmungen, emotionalen Bewertungen wahrnehmen und ausdrücken zu können und damit bewusst werden zu lassen.
Diese Fähigkeit
kann über Selbsterfahrung und
Fremdwahrnehmung in der Gruppe erworben
werden. Durch Auseinandersetzung mit der
eigenen Lebensgeschichte, mit eigenen
Lebensthemen, durch Rückmeldung innerhalb der
Gruppe soll die eigene Resonanzfähigkeit
erweitert werden. Voraussetzung, um von der
Ausbildung zu profitieren, ist damit die
Bereitschaft, sich mit sich selbst
auseinanderzusetzen.
Die Ausbildung
führt in Grundkenntnisse der Gesprächsführung
unter besonderer Berücksichtigung der
telefonischen Gesprächssituation ein.
Die Bausteine der Ausbildung sind
Selbsterfahrung
Gesprächsführung
Arbeitsgrundlagen
Praxisanleitung
Im Teil der Selbsterfahrung geht es um die Auseinandersetzung der persönlichen Lebens-und Beziehungsgeschichte sowie um die Reflexion eigener Lebensthemen und Lebenskrisen.
Im Teil der Gesprächsführung arbeiten wir nach den Grundvariablen Systematisches Zuhören, Empathie und Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte, Annehmen und Wertschätzen, Echtheit und Selbstkongruenz. Besondere Aspekte der Gesprächsführung wie Strukturierung des Gesprächs, Gesprächsaufbau, Fokussierung, Abgrenzung und Abwehrmechanismen werden bearbeitet. In der Grundhaltung einer empathischen Begleitung der Anrufer soll die Fähigkeit zur Begrenzung und Fokussierung in der Gesprächsführung erworben werden. Psychologische Grundlagen und ihre Anwendung auf Beziehungsformen und Krankheitsbilder, insbesondere auch bei Depression, Krise und Suizidalität, sind Kernpunkte des Wissensbestandes.
Arbeitsgrundlagen beschreiben die Praxisanleitung, die Einführung in die internen und technischen Abläufe, juristische Aspekte, thematische Schwerpunkte und die Auseinandersetzung mit kirchlichen, religiösen Aspekten, Glaubenserfahrung und Spiritualität des Alltags.
Praxisanleitung beinhaltet begleiteter Dienst und Supervision. Praxiserfahrung am Telefon wird durch eine Hospitationsphase erworben. Im Rahmen der Ausbildung zu Telefondiensten ist eine Hospitationsphase fester Bestandteil. Hierbei sollen bei verschiedenen aktiv Mitarbeitenden insgesamt mindestens drei Hospitationen geleistet werden, darüber hinaus nach der Beauftragung mindestens ein durch Hauptamtliche begleiteter Dienst.
Die Ausbildung an anderen
TS-Stellen wird anerkannt. Für die
ehrenamtliche Mitarbeit ist die
abgeschlossene Ausbildung bei einer TS-Stelle
Voraussetzung. Wechseln Mitarbeitende anderer
Telefonseelsorgestellen zur ehrenamtlichen
Arbeit an die TS Ulm/Neu-Ulm, so erfolgt ein
einführendes Gespräch mit den Hauptamtlichen,
bei dem in die Arbeitsweise und die
Besonderheiten der Stelle eingeführt wird.
Darauf folgt für den Telefondienst ein
mindestens zweimaliges Hospitieren bei aktiv
Mitarbeitenden, um die Arbeitsweise der TS
Ulm/Neu-Ulm konkret kennen zu lernen. Eine
Aufnahme in eine Supervisionsgruppe erfolgt
in gegenseitiger Absprache.
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