Ansprechpartner rund um die Uhr

Südwest Presse, 23. April 2014 – von Verena Schühly

365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag – die TelefonSeelsorge Ulm/Alb-Donau ist immer besetzt. 86 Ehrenamtliche leisten den Hauptteil dieser Arbeit.

„Sorgen kann man teilen.“ Mit diesem Spruch wirbt die TelefonSeelsorge (TS) für ihre Dienste. Im Jahr 2013 sind bei der TS Ulm/Neu-Ulm 21 751 Kontakte aufgelaufen, die in 13 493 Gespräche mündeten. Das Gebiet der TS umfasst die beiden Städte, die Kreise Alb-Donau, Neu-Ulm, Heidenheim, Ostalb und Teile von Günzburg – rund eine Million Einwohner.

Technisch ist es so, dass die bundesweit zentralen Rufnummern (0800) 111 01 11 und (0800) 111 02 22 so geschaltet sind, dass die Anrufer mit derjenigen TelefonSeelsorge verbunden werden, die in ihrer Nähe liegt.

In Ulm gibt es die TS seit 36 Jahren. Aktuell hat sie drei hauptamtlich Beschäftigte (Dr. Stefan Plöger und Renate Breitinger teilen sich die Leitung, und es gibt eine halbe Sekretariatsstelle). Die Hauptarbeit leisten 86 ehrenamtliche Mitarbeiter, die 365 Tage im Jahr rund um die Uhr als Ansprechpartner bereit stehen. „Die Ehrenamtlichen sind das Herzstück unserer Arbeit“, betont Breitinger.

Seit drei Jahren sind die Mitarbeiter nicht nur am Telefon, sondern auch im Internet aktiv: Laut Statistik für 2013 gab es 458 Mailkontakte und 223 im Chat. Erfahrungsgemäß ist die Zielgruppe dieses Angebots zwischen 15 und 30 Jahre alt.

Die TS ist so organisiert, dass jeder Mitarbeiter pro Monat drei bis vier Schichten übernimmt, die jeweils vier Stunden dauern. In der Zeit zwischen 18 und 22 Uhr sind die Leitungen doppelt besetzt; in der restlichen Zeit reicht eine Person. In insgesamt 10 108 Dienststunden im vergangenen Jahr wurden 5119 Stunden Gespräche geführt. Die durchschnittliche Gesprächsdauer betrug 22 Minuten.

Vorbereitet für die Arbeit werden die Ehrenamtlichen in einem einjährigen Ausbildungskurs, während des Diensts bekommen sie überdies regelmäßige Supervision.

Wegen welcher Sorgen rufen die Menschen an? „Wegen allem, was mit Beziehungen oder mit fehlenden Beziehungen zu tun hat – in Familie, Partnerschaft oder am Arbeitsplatz“, berichtet Renate Breitinger. Die Mitarbeiter könnten zwar nicht die Situationen verändern, aber „wir können mit den Menschen reden, wie sie ihre Beziehungen verändern können.“ Das sei meist ein wichtiger Schritt zur Lösung von Problemen.

Ein Drittel der Hilfesuchenden sind Menschen, die eine diagnostizierte psychische Erkrankung haben. „Die rufen auch regelmäßig bei uns an, weil sie sehr vereinsamt leben“, macht Breitinger deutlich.

Träger der ökumenischen TelefonSeelsorge sind die evangelische und die katholische Kirche. Beide stemmen insgesamt 160 000 Euro des Jahresbudgets. Die Stadt Ulm zahlt 10 800 Euro an Zuschuss, der Alb-Donau-Kreis rund 6000 Euro.

INFO: Im Juni beginnt ein neuer Ausbildungskurs der TelefonSeelsorge Ulm/Neu-Ulm. Interessenten sollten sich möglichst bald melden unter Tel. (0731) 698 83 oder per Mail an info@telefonseelsorge-ulm.de